Cinematic Strings 2

Cinematic Strings 2 – String Library für Kontakt im Test

Nicht nur wer auf den Spuren von John Williams oder Hans Zimmer wandeln möchte, kommt an einer guten Streicher-Bibliothek nicht vorbei. In fast allen Genres sind gute Streicher eine sinnvolle Investition, um Wärme und Emotion in Tracks zu bringen. Wir haben für euch die zweite Version der Cinematic Strings für Kontakt (Player) von Alex Wallbank und David William Hearn getestet.

Systemanforderungen

Das Thema Systemanforderung könnte bereits der Killer eurer Kaufentscheidung sein, denn wie bei den meisten Orchester-Libraries gilt auch hier: Ohne ein performantes System werdet ihr nicht weit kommen. Windows 7 (64 Bit) oder Mac OSX 10.6, eine Quad-Core CPU, sowie mindestens 4GB Ram sind Pflicht. Um das volle Potential – beispielsweise mit verschiedener Mikrofonierung – auszuschöpfen, sollten es 8GB Ram sein. Dies gilt wohlgemerkt für euer Betriebssystem und die Library; solltet ihr zusätzliche Plugins verwenden, kann es auch mit 8GB schon eng werden. Außerdem benötigt ihr rund 45GB Festplatten-Platz, was heutzutage wohl das geringste Problem darstellen sollte.

Unser Testsystem (Intel i7, 16GB DDR3-Ram), ist nach einem kurzen Test mit rund 60% Prozessorauslastung nicht gerade gelangweilt, hielt aber auch mit zusätzlichen Kontakt-Instrumenten gut durch.

Download & Installation

Download ManagerNach dem Kauf im Online-Shop erhaltet ihr per E-Mail eure Seriennummer, sowie einen Link zum Herunterladen eines Download-Managers. Dieser ist auch absolut sinnvoll, denn bei einer Downloadgröße von rund 25 GB, verteilt auf 22 rar-Dateien, ist diese Library kein Leichtgewicht. Gerade User mit langsamer DSL-Geschwindigkeit werden dies sehr zu schätzen wissen. Mit unserer Highspeed DSL 2000 Verbindung hat der Download auch nur drei Nächte gedauert. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Für einen Aufpreis von 9,95$ kann man sich das gesamte Paket auch auf DVD liefern lassen, was bei einem Versand aus den USA jedoch bis zu drei Wochen dauern kann. Nach dem Download und Entpacken kann die Library in Kontakt importiert und via Native Instruments Service Center aktiviert werden. Ein kleines Manko: Ein Handbuch sucht man vergebens, jedoch findet man auf der Webseite einen Quick-Start-Guide, sowie einige Tutorial-Videos.

Inhalt & Ladezeit

Cinematic Strings LibraryHabt ihr die Bibliothek eingerichtet, erwartet euch das komplette Streicher-Ensemble unterteilt in fünf Sektionen: Kontrabässe, Cellos, Violas, 1. und 2. Violinen. Zusätzlich gibt es seit dem Update auf Version 2.1 noch zwei Ensemble Patches: Lite und Full. Lite ist – wie der Name schon sagt – eine abgespeckte Version, die deutlich weniger Ram verschlingt, nämlich nur rund 500MB. Das Full-Ensemble beansprucht dagegen gleich mal 2,4GB. Habt ihr jedoch bereits Einzelinstrumente geladen, benötigt das Full-Ensemble keinen weiteren Arbeitsspeicher mehr, da sich die Instrumente einen Samplepool teilen. Auf Grund der Samplegrößen ist auch die Ladezeit relativ hoch. Mit unserer 7200rpm Sata-2 Festplatte betrug die Ladezeit pro Instrument etwa zwei Minuten.

Tipp: Ihr könnt die Ladezeit auf ein Minimum reduzieren, indem ihr ein bereits geladenes Instrument über das Kontakt-Menü über “Files -> Save as…” erneut speichert. Stellt dabei sicher, dass ihr “Patch only” und “absolute sample paths” aktiviert habt, damit keine Samples dupliziert werden. Danach laden die Patches in Sekundenschnelle. Vorsicht ist dann jedoch beim Verschieben eurer Samples auf der Festplatte geboten, da ihr danach alle Pfade neu zuweisen müsst.

Die Oberfläche

Cinematic Strings OberflächeDie Oberfläche ist wirklich schön gestaltet und sehr übersichtlich. Selbst wir als unerfahrene “Komponisten” finden uns gleich zurecht. Im linken Bereich befindet sich die Mikrofon-Sektion, in der Mitte die verschiedenen, auswählbaren Spielweisen, sowie der Tab für die erweiterten Einstellungen und rechts je einen Regler für die Spielposition (bei Arco), bzw für die Spielweise (bei Spiccato und Marcato) und den Reverb-Anteil.

Die Mikrofon-Sektion

MikrofonsektionInsgesamt vier Aufnahmepositionen der Mikrofone könnt ihr ansteuern und via Level-Fader und Panregler zumischen: Close, Stage, Room und Mix. Standardmäßig wird die Mix-Einstellung geladen. Aktiviert ihr weitere Mikrofone mit einem Mausklick auf den entsprechenden Kanal, wird euch dies mit einer blauen Status-LED signalisiert. Gleichzeitig werden dabei erneut einige Megabyte pro Mikrofon in den Arbeitsspeicher geladen. Jedes Mikrofon kann auch gemutet werden, was mittels gelber Leuchte erkennbar ist. Deaktiviert man ein Mikro komplett, werden die Samples aus dem Arbeitsspeicher entfernt. Eine Ausnahme bilden die beiden Ensemble-Patches, welche keine Einstellungen der Mikrofonie zulassen und stattdessn an dieser Stelle einen Attack- und Release-Regler zeigen.

Cello Mix Mics
Mix Mics

Cello Close Mics
Close Mics

Cello Room Mics
Room Mics

Cello Stage Mics
Stage Mics

Articulations-Sektion

ArticulationsHier könnt ihr pro Instrumenten-Sektion aus acht verschiedenen Spielweisen wählen. Zur Verfügung stehen: Acro, Tremolo, Half-Trill, Whole-Trill, Run mode, Staccato (lässt sich per Regler noch auf Staccatissimo ändern), Marcato und Pizzicato. Jede Spielweise kann mittels Keyswitch angewählt werden. Solltet ihr ein Keyboard mit weniger als 88 Tasten besitzen, könnt ihr hier die Keyswitches auf höherliegende, ungenutze Tasten auf eurer Klaviatur ummappen. Alternativ können die Artikulationen auch via Midi-CC angesteuert werden, welche ihr im Advanced Menü anlernen könnt. Um Arbeitsspeicher zu sparen könnt ihr ungenutzte Artikulationen ausschalten. Unterhalb der Artikulationen befinden sich zwei Schalter um Legato und den “Live-Mode” einzuschalten. Der Live-Mode soll für zusätzliche Natürlichkeit im Klangbild sorgen. Bei schnellen Passagen, Arpeggios und Staccatissimos werden zusätzliche Samples eingestreut, die leicht offbeat und detuned klingen, um eine menschlichere Spielweise zu simulieren.

Kontrabässe Staccatissimo
Kontrabässe Staccato

Cello Arco Akkorde
Cello Arco Akkorde

Viola Arco
Viola Arco

2. Violinen Tremolo
2. Violinen Tremolo

1. Violinen Pizzicato
1. Violinen Pizzicato

Full Ensemble Arco
Full Ensemble Arco

Reverb

ReverbÜber den Hall Reverb Regler kann ein passendes Reverb hinzugemischt werden, welches wirklich gut klingt und sich dabei mit rund 2% Prozessorleistung zufrieden gibt. Der Hall lässt sich auch gut mit anderen Reverbs kombinieren um sich besser in euren Mix einzufügen.


Cello Staccatissimo ohne Reverb
Cello Staccatissimo ohne Reverb

Cello Staccatissimo mit Reverb
Cello Staccatissimo mit Reverb

Advanced Settings

Erweiterte EinstellungenIn den erweiterten Einstellungen lässt sich der Sound noch detaillierter einstellen. So können für die Short notes Staccato, Staccatissimo und Pizzicato die Notenlängen mittels Attack- und Release-Regler genau eingestellt werden. Auf der rechten Seite findet ihr das “Staccato-Overlay”, Vibrato-Control und eine Release-Option, welche ihr zu- oder abschalten könnt. Staccato Overlay ergänz die Sustainspielweisen (Arco, Trills oder Tremolo) ab einem Velocitywert von 60 mit Staccatosamples (mit dynamischer Lautstärke) um Noten zu akzentuieren. Unten rechts habt ihr noch die Möglichkeit die Intensität des Live-Mode in drei Stufen zu regeln.

Fazit

Wir sind wirklich beeindruckt vom Klang dieser Library und sie wird unsere bisherigen Streicherplugins erstmal auf die Ersatzbank schicken. Der warme und druckvolle Sound in Verbindung mit dem gut klingenden Reverb trifft genau unseren Geschmack. Die einfache und übersichtliche Oberfläche macht es auch Anfängern leicht, sich schnell zurecht zu finden und nach kurzer Zeit die ersten Ergebnisse zu produzieren. Aber auch erfahrenere Benutzer dürften ihren Spaß haben, denn die nötigen Editierungsfunktionen sind gegeben. Lediglich die hohen Performance-Ansprüche, könnten ein KO-Kriterium beim Kauf bedeuten. Nichts desto trotz vergeben wir die volle Punktzahl.

rating-5


Preis: 392,90 EUR
Alternativen: Native Instruments Action Strings, East West Hollywood Strings

Mehr Infos

Mike

Hey there! I'm a music technologist, beat maker, qa tester, sound designer, tutor and ux designer from Germany. Also I'm one of the hosts of The Producer's Hangout YouTube show.

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