DJ Scratching

Realistische Scratches ohne Turntables

Wer gerade keinen DJ greifbar hat, kann sich vielleicht mit dieser Notlösung behelfen. Alles was ihr dazu braucht, sind eine Samplesoftware mit Hüllkurven und ein Midikeyboard mit Pitchfader. In unserem Beispiel nutzen wir die Maschine als Samplequelle.

Scratching verstehen

Um zu verstehen, wie das ganze funktioniert, muss man sich erst einmal klar machen, was beim Scratchen überhaupt passiert. Scratchen ist technisch gesehen eine sehr simple Sache. Die Handbewegung verändert die Geschwindigkeit, also den Pitch des Sounds und der Crossfader schaltet den Sound laut bzw. stumm. Die verschiedenen Scratch-Styles entstehen nur durch rhythmische Kombinationen dieser beiden Vorgänge. Diese Kombinationen haben es, wenn es an die Praxis geht, natürlich in sich und erfordern jahrelange Übung.

Auf die Software übertragen

Midi KeyboardFür das Scratchen mittels Software und Keyboard müssen wir also die Handbewegung und den Crossfader simulieren. Das ist ebenfalls recht einfach, denn für die Handbewegung / den Pitch haben die meisten Keyboards einen Pitchbender oder Touchstrip, der sich wunderbar dafür missbrauchen lässt. Damit es realistisch klingt, hat sich für uns eine Pitchrange von einer Oktave bewährt.

Den Crossfader simuliert eure Keyboardtaste bzw. das Drumpad auf dem das Sample liegt. Dieses muss per Hüllkurve so bearbeitet werden, dass es ohne hörbare Attack- und Releasewerte abgespielt wird. Haltet ihr die Taste gedrückt, spielt das Sample, lasst ihr los verstummt es.

Wenn ihr mit den Begriffen Hüllkurve, Attack und Release nichts anzufangen wisst, werft einen Blick in unseren Quicktipp zu diesem Thema

Damit sich beim schnellen Antriggern der Sound nicht überlagert, solltet ihr die Polyphony auf 1 stellen, so dass der Sound immer wieder neu gestartet wird, so bald ihr die Taste drückt. Zusätzlich könnt ihr das Sample auf eine zweite Taste duplizieren und reversen. So lassen sich auch Flares und andere Scratches realisieren.

Zusammenfassung der Einstellungen

Midiscratch EinstellungenPitchrange: 12 (1 Oktave)
Polyphony: 1
A: 0%
D: 100%
S: 100%
R: 0%

Nun kann es los gehen: Triggert euer sample mittels Taste oder Drumpad und bewegt dabei das Pitchwheel. Nach einer kurzen Zeit solltet ihr das Prinzip verstanden haben. Auf das Timing kommt es an! Um eure Scratches so realistisch wie möglich zu gestalten, könnt ihr euch jede Menge DJ Tutorials im Netz ansehen und die gezeigten Techniken auf euer Setup (Taste und Pitchbend) übertragen.

Tipp: Klingen eure Samples beim Scratchen nicht realistisch genug, versucht sie mit einem leichten Bitcrusher oder Filter zu belegen. Alles was das Samples etwas dreckiger klingen lässt, wirkt sich unserer Erfahrung nach positiv auf den Scratch-Effekt aus

Scratching mit der Maschine – Demo

Kostenlose Scratch-Samples

Wenn ihr direkt durchstarten wollt, könnt ihr euch hier ein 100 MB großes Paket mit Scratch-Samples runterladen
Zum Download

Mike

Hey there! I'm a music technologist, beat maker, qa tester, sound designer, tutor and ux designer from Germany. Also I'm one of the hosts of The Producer's Hangout YouTube show.

Comment (1) Write a comment

  1. Hi,
    eben gerade über Eure Seite gestolpert.
    Arbeite selbst seit knapp nem halben Jahr mit der Maschine und naja man lernt nie aus .
    Echt Top Seite die ihr da habt.

    Peace Taras

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