Scarlett 18i20

Focusrite Scarlett 18i20 – USB Audiointerface im Test

Focusrite konnte sich bereits mit den Firewire Saffire Audio-Interfaces einen guten Namen unter Musikfreunden machen. Nun soll mit den Scarlett Interfaces dieser Erfolg auch auf die USB-User übertragen werden. Ob ihnen das gelingt, erfahrt ihr in unserem Testbericht. Wir haben uns das Flaggschiff Scarlett 18i20 genau für euch angeschaut.

Spezifikationen

  • 18 Eingänge: 8 analog, 10 digital (Spdif, Adat)
  • 20 Ausgänge: 10 analog, 10 digital (Spdif, Adat)
  • 2 unabhängige Kopfhörer-Ausgänge
  • Sehr hochwertige Focusrite Mikrofonverstärker
  • Zuschaltbare 48V Phantomspeisung
  • Midi I/O Interface
  • Word Clock Ausgang
  • Zero-Latency Monitoting
  • DSP-Mixing Software
  • Softwarepaket mit Ableton Live Lite, Novation Bass Station, Focusrite Plugin Suite und 1GB Samplepaket von Loopmasters
  • Nutzung mit iOS über Camera Connection Kit möglich

Gehäuse

Das Gehäuse wiegt etwa 3 kg, hat eine Größe von 47 x 24,4 x 3cm und passt somit in jedes handelsübliche Rack, wo es eine Höheneinheit belegt.
Schon das Auspacken des Scarlett macht Spaß, denn optisch ist das Interface ein Sahnestück. Das rot eloxierte Metallgehäuse wirkt sehr wertig und ist eigentlich zu schön um sich in einem Rack zwischen anderer Hardware zu verstecken.

Frontpanel

Frontpanel

Das mattschwarze Kunstsoffpanel beherbergt zwei der acht analogen Eingänge und bietet Zugriff auf alle wichtigen Gain-Regler. Ganz links befinden sich die zwei Neutrik Eingangsbuchsen, an die Mikrofone, Instrumente oder Line-Signale via XLR- oder 6,35mm Klinkenstecker (symmetrisch und unsymmetrisch) angeschlossen werden können. Der Klang der Preamps ist ausgezeichnet. Egal ob wir ein Mikrofon, das iPad oder unser Dj-Setup anschließen; auch bei hohem Eingangspegel bleibt das Signal rauschfrei und unverzerrt.

GainreglerDirekt daneben befinden sich zwei Taster, mit welchen sich die Phantomspeisung für die Eingänge 1-4 und 5-8 seperat aktivieren lässt. Jedem Taster ist eine rotleuchtende LED zugeordnet, die den aktiven Status bestätigt. Unterhalb der Gainregler für Eingang 1 und 2 befinden sich die “INST” und “Pad” Taster, um die Eingänge z.B. für ein Hi-Z Gitarrensignal umzuschalten, beziehungsweise die Eingäge um 10db abzusenken. Hier ist noch einmal die Verarbeitungsqualität positiv anzumerken: Alle Taster rasten sauber ein, wackeln nicht und fühlen sich sehr hochwertig an. Ebenso verhält sich für die Gain-Regler, mit denen die Lautstärke der acht analogen Eingänge eingestellt werden kann.

LEDÜber das LED-Display lassen sich die Eingangslautstärken der analogen Eingänge überwachen. Durch die grobe Rasterung (5 LEDs pro Eingang) ist die Anzeige jedoch nur als Richtwert anzusehen. Die genaue Justierung sollte mittels der Mix-Control Software erfolgen. Nichts desto Trotz ist es ein nützlicher Anhaltspunkt, da man auch aus der Ferne direkt sieht, wenn ein Signal zu laut anliegt und das LED-Meter in den roten Bereich prescht. Unterhalb der LED-Matrix befinden sich die zwei grünen LED-Leuchten, die zum Einen die Verbindung zum Computer bestätigen (USB Active) und zum Anderen signalisieren, ob das Interface auf die interne oder eine externe Clock-Quelle synchronisiert ist (Locked).

KopfhörerIn der Volume Monitoring Sektion befinden sich Drehregler für die Masterlautstärke, sowie für die beiden Kopfhörer-Ausgänge, welche mittles der Mix-Control Software mit zwei unabhängigen Mixen belegt werden können. Sehr positiv: Die Ausgänge sind ausreichend laut, auf einen zusätzlichen Kopfhörerverstärker kann hier verzichtet werden. Für die Masterlautstärke gibt es zusätzliche “DIM” und “Mute”-Taster, die den Ausgangspegel 18dB reduzieren, beziehungsweise stumm schalten. Zumindest in der Theorie, denn die Dim-Taste hat bei unseren beiden Geräten keinerlei Funktion. Leider gibt es auch keinen Regler für das Software-Monitoring, um beispielsweise bei Vocalaufnahmen die Lautstärke des Playbacks aus dem Computer zu regeln. Zwar ist dies in der Mixcontrol Software möglich, ein schneller Zugriff über das Panel wäre aber wünschenswert.

Update: Die Funktion der DIM-Taste ist in Version 1.6 der Mix-Control Software gefixt.

Rückseite

Rückseite

Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für den Netzstecker, SPDIF, Midi, USB, Wordclock, Optical, die 10 Line-Ausgänge, sowie die analogen Kombo-Eingänge 3-8. Auch hier gibt es an der Verarbeitungsqualität nichts auszusetzen. Alle Stecker rasten sauber und ohne besorgniserregende Geräusche ein.

Mixcontrol Software

Mix Control
Die Mixcontrol Software ist die Schalterzentrale des Scarlett 18i20. Hier können Ein- und Ausgänge flexibel geroutet werden, sowie mehrere Submixes angelegt werden, die sich individuell auf die Line und Kopfhörer-Ausgänge routen lassen. Etwas Einarbeitungszeit muss aber eingeplant werden, da man das Konzept erst einmal verstehen muss. Hat man sich aber das ein oder andere Tutorial-Video angesehen (oder ganz klassisch das verständlich geschriebene Handbuch im PDF-Format gelesen), sollte die Bedienung schnell klar werden und man kann intuitiv seine benötigten Setups einstellen. Beispielsweise könnte der Gitarrist einen Mix ohne Vocals hören und der Sänger einen Mix mit etwas lauteren Drums und leiserem Playback aus dem Computer. Den persönlichen Vorlieben sind hier keine Grenzen gesetzt. Weiterhin können hier die Einstellungen für Samplerate, Asio-Buffer und die Clock-Synchronisation vorgenommen werden. Warum man die Loopback-Funtkion, also die Möglichkeit das internale Signal direkt aufzunehmen, ausgelassen hat, ist mir etwas unverständlich. In den kleinen Scarlett-Interfaces und auch im Firewire-Pendant Saffire Pro 40 ist sie enthalten. Bleibt die Hoffnung, das sie in einem Software-Update nachgereicht wird. Bis dahin könnt ihr euch behelfen, in dem ihr z.B. den SPDIF Ausgang direkt mit dem SPDIF Eingang verbindet, vorausgesetzt ihr benötigt diese nicht anderweitig.

Zusätzliche Software

Das Scarlett 18i20 wird neben der Mixcontrol Software mit einer Vollversion der Novation Bass Station, Ableton Live Lite, der Scarlett Plugin Suite und einem 1GB großen Samplepaket von Loopmasters ausgeliefert. Eine nette Dreingabe, die auch wirklich zu gebrauchen ist. Gerade die Focusrite Plugin Suite und die Novation Bass Station wissen zu gefallen.

Fazit

Das Scarlett 18i20 hat uns sehr gut gefallen. Die hochwertige Verarbeitung und die exzellent klingenden Vorverstärker konnten uns schnell überzeugen. Das flexible Routing über die Mixcontrol Software benötigt zwar etwas Einarbeitungszeit ist dann aber schnell und sicher zu bedienen. Auch die beiden unabhängigen Kopfhörerausgänge, mit hohem Ausgangspegel, haben uns überzeugen können. Die einzigen Kritikpunkte wären die (noch?) fehlende Loopback-Funktion, die funktionslose DIM-Taste und der fehlende Monitoring Drehregler für die Lautstärke des Playbacks. Insgesamt vergeben wir 4 von 5 möglichen Sternen. In Version 1.6 der Mixcontrol Software, ist die DIM-Taste gefixt. Daher vergeben wir 4,5 von 5 Sternen.

Plus

  • sehr gute Verarbeitungsqualität
  • sehr gut klingende Vorverstärker
  • flexibles Routing
  • 2 unabhängige Kopfhörerausgänge
  • Kopfhörer-Ausgänge mit guter Lautstärke
  • Brauchbare Software enthalten

Minus

  • Fehlende Loopback-Funktion
  • kein Drehregler für Playback Lautstärke



rating-4_5

Preis: 499,- Euro

Mehr Infos

Mike

About the author: Born and raised in Germany, Mike started in the late 90s as a rapper and beat maker. From there he made his way to become a passionate sound designer, music technology vlogger, and qa tester for leading companies in the music industry. On his website Padbangers.com, he reviews new gear, sounds, and apps for producers.

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